Was Versicherte wirklich wollen
Bevor es um Technologie geht, lohnt sich ein Blick auf die Grundbedürfnisse: Was erwarten Menschen von ihrer Vorsorge? Die Antwort ist klar: Transparenz, Verständlichkeit und Einfachheit. Flexibilität und Individualität. Sicherheit und Stabilität. Und vor allem: Vertrauen in die Beratung und den Anbieter.
Genau hier setzt KI an. Nicht als Ersatz für persönliche Beziehungen, sondern als Werkzeug, das Komplexität reduziert und Mehrwert schafft.
KI als Effizienz-Enabler
PensExpert sieht das Potenzial von KI gezielt in vier Bereichen:
- In der Verwaltung und Entwicklung kann KI die Verarbeitung grosser Datenmengen übernehmen, unterstützt bei Routineaufgaben wie Dokumentenprüfung und hilft bei der Automatisierung von Workflows. Dadurch schafft sie Kapazitäten für das, was wirklich zählt: die Beratung.
- Im Bereich Wissen und Bildung ermöglicht KI interaktive Erklärungen, grafische Darstellungen komplexer Vorsorgekonzepte und die Simulation persönlicher Szenarien.
- Im Marketing unterstützt KI bei der Content-Erstellung, bei Übersetzungen und bei personalisierter Kommunikation. Die Botschaft bleibt dabei authentisch – KI schärft die Strategie, ersetzt aber nie die menschliche Stimme.
- In Meetings transkribiert und übersetzt KI in Echtzeit, weist Aufgaben zu und macht mehrsprachige Zusammenarbeit effizienter.
Das hybride Modell: Mensch plus KI
Das Herzstück von Arta Lulajs Vortrag ist das hybride Beratungsmodell. KI bereitet vor: Sie analysiert, simuliert Szenarien und strukturiert Informationen. Der Mensch entscheidet: Er hört zu, ordnet emotional ein, übernimmt Verantwortung und baut Vertrauen auf.
Mensch plus KI und nicht KI gegen Mensch.
Arta Lulaj
Partnerin, Mitglied der erweiterten GL, Leiterin IT und Digitalisierung
Dieses Prinzip zieht sich durch alle Lebensphasen der Vorsorge – von der laufenden Beratung über Lebensereignisse wie Eigenheim oder Teilpensionierung bis hin zur Bezugsplanung bei der Pensionierung.
Die Vision: ein persönlicher Life-Agent
Weiter gedacht entsteht daraus eine faszinierende Perspektive: ein KI-gestützter Vorsorgebegleiter, der rund um die Uhr verfügbar ist. Einer, der die gesamte Vorsorgesituation einer Person kennt, Veränderungen im Leben analysiert – etwa die Geburt eines Kindes, eine Teilzeitreduktion oder einen Karrierewechsel und dazu frühzeitig konkrete Empfehlungen abgeben kann. Die könnte dann beispielsweise wie folgt lauten: «Achtung: Ihre Vorsorgelücke steigt um CHF 180'000. Eine zusätzliche Einzahlung stärkt Ihre Altersvorsorge und wäre steuerlich optimal.»
Orientierung durch Daten schaffen. Entscheidung im persönlichen Gespräch treffen.
Realität: Rahmenbedingungen beachten
So gross das Potenzial ist, so klar sind auch die Herausforderungen. Historisch gewachsene Kernsysteme bei Pensionskassen und Banken, fehlende technische Plattformen für integrierte Lösungen und isolierte Datensätze erschweren die Umsetzung. Hinzu kommen strenge Anforderungen an Datenschutz und Governance – gerade im Umgang mit besonders schützenswerten Vorsorgedaten ist und bleibt Sorgfalt das oberste Gebot.
Fazit
Die Vorsorge bleibt ein Vertrauensgeschäft. Technologie kann unterstützen – aber Vertrauen ist nicht delegierbar. KI schafft Effizienz und eröffnet neue Möglichkeiten. Sie gibt Beraterinnen und Beratern mehr Zeit für echte, individuelle Beratung.
Und genau das ist die Stärke von PensExpert: persönlich, individuell – und zunehmend digital unterstützt.