Die Schweiz hat ihr Sozialversicherungssystem über mehr als ein Jahrhundert aufgebaut, Stück für Stück, immer als Antwort auf eine konkrete Not. Den Anfang machte die Militärversicherung. Das «Bundesgesetz betreffend Versicherung der Militärpersonen gegen Krankheit und Unfall» wurde 1901 verabschiedet und ein Jahr später in Kraft gesetzt. Das war lange, bevor die AHV (1948), das BVG (1985) oder die obligatorische Krankenversicherung (1996) in ihrer heutigen Form Realität wurden. 2026 feiert die Militärversicherung damit ihren 125. Geburtstag. Ihre Aufgabe war damals so klar wie heute: Menschen absichern, die im Dienst für das Land gesundheitlich zu Schaden kommen. In einer Zeit, in der ein verletzter Soldat schnell auch seine Existenzgrundlage verlor, war das ein echter Fortschritt.
Es lohnt sich, das im Hinterkopf zu behalten. Das dichte Netz aus AHV, beruflicher Vorsorge und privater Säule, das wir heute fast als selbstverständlich nehmen, ist über Generationen gewachsen. Jede dieser Versicherungen hatte einen Auslöser, und die Militärversicherung stand am Anfang dieser langen Reihe. Wer bei der Frage nach der ersten und 125-jährigen Sozialversicherung also kurz überlegt, kommt an ihr nicht vorbei. Nicht die AHV, nicht das BVG, nicht die Krankenversicherung, sondern die Militärversicherung. Ein schönes Stück Vorsorgegeschichte und ein guter Moment, im Tippspiel mitzupunkten.