Altersvorsorge: Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Verbesserung der Vorsorgesituation von Frauen

Während die Schweiz in vielen Ländervergleichen weit oben zu finden ist (z. B. Innovationskraft, Wettbewerbsfähigkeit), belegt sie laut The Economist (2021) im „glass ceiling index 2020“ der Zeitschrift Economist lediglich Rang 26 von 29 untersuchten Ländern.

Der Index zeigt, welche Industrienationen die Ver einbarkeit von Familien und Beruf sowie die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für Frauen am besten ermöglichen. In diesem Ranking schneiden lediglich Süd korea, Japan und die Türkei schlechter als die Schweiz ab.

Offenkundig ist die geschlechtergerechte Aufteilung von Chancen, Rechten und Pflichten auch 50 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts in der Schweiz noch nicht voll ständig verankert. In dieser Studie diskutieren wir ein aus unserer Sicht wichtiges Beispiel für die Benachteiligung von Frauen in der Schweizer Gesellschaft. Die Renten von Frauen sind in der Schweiz rund ein Drittel niedriger als diejenigen der Männer.

Diese Diskrepanz wird als «Gender Pension Gap» bezeichnet und in der Regel mit unterschiedlichen Erwerbsbiographien begründet. Während das Armutsri siko für alleinerziehende Frauen in der Schweiz bereits am höchsten ist, sind die Auswirkungen unterschiedlicher Erwerbsbiographien „nach hinten raus“ – also in Bezug auf die Altersvorsorge – wenig problematisiert und aus unserer Sicht prekär. Dies auch, weil die Problematik einer mangelhaften Vorsorge auf grund der Erwerbsbiografie durch die institutionellen Rahmenbedingungen noch weiter verstärkt wird, insbesondere im Bereich der beruflichen Vorsorge. Anzuführen sind beispielsweise die Eintrittsschwelle, der Koordinationsabzug und die damit generell mangelhafte Berücksichtigung von Teilzeit-Pensen.