Nach Einführung des Drei-Säulen-Modells hatten die Versicherten in der beruflichen Vorsorge keinerlei Flexibilität, und die erzielten Renditen wurden von den Pensionskassen oft nicht an die Versicherten weitergegeben. Um das zu ändern, taten sich Leo Bolfing, Karl Reichmuth und Jörg Odermatt zusammen und gründeten im Mai 2000 PensExpert. Ihre Vision: Die Versicherten sollten endlich selbst bestimmen können, wie ihre Vorsorgegelder angelegt werden – ein revolutionärer Gedanke in einer Zeit, in der intransparente Pensionskassen die Regel waren.
Als erstes Unternehmen in der Schweiz bot PensExpert eine freie Strategiewahl für berufliche Vorsorgegelder an. Die Sammelstiftung PensFlex wurde zum Flaggschiff – fokussiert auf den überobligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge, bei welchem die gesetzlichen Hürden niedriger waren und eine selbstbestimmte, freiheitliche Verwaltung der Vorsorgegelder möglich war. Im Jahr 2006 wurde das Modell gesetzlich verankert und ist seither schweizweit etabliert.
Die Businessidee sah eine maximale Individualisierung der Vorsorgegelder für die einzelnen Versicherten vor.
Jörg Odermatt, VR-Präsident
Schrittweise Expansion
Bereits 2001 folgte die Freizügigkeitsstiftung PensFree, die es Versicherten ermöglichte, ihre Anlagestrategie auch bei Unterbrechung der Erwerbstätigkeit oder bei Frühpensionierung und abgestimmt auf das Privatvermögen weiterzuführen. Die Stiftung wurde im Kanton Schwyz angesiedelt, der schweizweit die tiefste Quellenbesteuerung bei einem Wegzug ins Ausland bietet.
Nach der erfolgreichen Lancierung der Säule-3a-Lösung Pens3a expandierte das Unternehmen 2007 nach Zürich – ein entscheidender Schritt, der das Netzwerk stärkte und zu zahlreichen Neuabschlüssen führte. In den folgenden Jahren folgten weitere Standorte in Lausanne, Basel, St. Gallen und zuletzt 2024 in Bern.
Zur besseren Abdeckung des Interesses an Freizügigkeitslösungen gründete PensExpert 2010 Independent – die Freizügigkeitsstiftung mit Versicherungsschutz bei Invalidität und Tod. Als einzige Stiftung mit QROPS-Status kann sie zudem Vorsorgegelder aus Grossbritannien steuerfrei übernehmen.
Stetige Innovation
Die zunehmende Regulierung von 1e-Lösungen stellte das Unternehmen vor neue Herausforderungen. 2017 konnte PensExpert durch erfolgreiches Lobbying verhindern, dass das Bundesamt für Sozialversicherungen die Anzahl der Anlagestrategien auf drei beschränkte. Dennoch wurden die Spielregeln für freiwillige Einkäufe verändert. Mit der Gründung der zweiten Kadervorsorgestiftung PensUnit konnte PensExpert den Versicherten den bisherigen Steuervorteil zurückgeben.
Nach mehr als zwei Jahrzehnten an der Spitze übergab Jörg Odermatt 2021 den CEO-Posten an Rafael Lötscher. Mark Huber und Fabio Preite ergänzen die Geschäftsleitung. Und auch im Verwaltungsrat gab es Veränderungen: Jörg Odermatt übernahm das Präsidium von Urs Düggelin. Christof Reichmuth, Markus Helbling und Dimitri Wittwer komplettieren das Gremium.
Der neue CEO Rafael Lötscher treibt die Prozessoptimierung und die Digitalisierung der Stiftungen voran. 2023 führte das zur Lancierung von relevate. Die volldigitalisierte Lösung für 3a- und Freizügigkeitsgelder bedient die grosse Nachfrage nach unkomplizierten und benutzerfreundlichen Vorsorgeplattformen.
Erfolgsbilanz und Zukunftsvision
Heute hat PensExpert in der Schweiz 93 Mitarbeitende und betreut Vorsorgegelder von über 16’000 Versicherten in Höhe von mehr als 10 Milliarden Franken. Die Mission bleibt unverändert: eigenverantwortliche Vorsorge fördern – mit Lösungen für eine Arbeitswelt im Wandel, auch über Ländergrenzen hinweg. Die Marke PensGlobal ist bereits eingetragen.