«Spart nicht fürs Alter, KI regelt das.» Warum dieser Rat von Elon Musk gefährlich ist.

Elon Musk hat im Januar in einem Podcast einen bemerkenswerten Rat gegeben: Man solle sich nicht darum kümmern, Geld für die Pensionierung zur Seite zu legen. Eine «supersonische Welle» aus KI und Robotik werde eine Welt ohne Knappheit schaffen. Wer wolle, könne künftig alles haben – ganz ohne Ersparnisse.

Elon Musks Rat nichts für die Zeit nach der Pensionierung anzusparen ist eine verlockende Vorstellung. Und eine gefährliche.

Denn die Schweizer Altersvorsorge funktioniert nicht auf blinde Versprechen. Sie funktioniert über Beiträge, Zinseszins und Zeit. Wer mit 40 aufhört zu sparen, weil eine Technologie irgendwann angeblich alles richtet, verschenkt genau das, was sich später nicht mehr aufholen lässt: die Jahre und mit ihr die Zeit, die für jeden und jeden von uns arbeitet.

Musk widerspricht sich im selben Atemzug gleich selbst, indem er einräumt, dass heute nur gut die Hälfte der erwachsenen Amerikaner überhaupt eine Geldreserve für drei Monate hat. Die Realität vieler Menschen ist also nicht ein Überfluss an Ersparnissen, sondern ein knappes Budget. Auf unsicheren Boden lässt sich keine stabile Altersvorsorge bauen. Umso weniger, als dass sie auf einem schnell daher gesagten Versprechen beruht, das niemand garantieren kann und möchte. Die Zukunft bleibt ungewiss, soviel ist sicher.

Deshalb sind wir bei PensExpert klar anderer Meinung:

Man kann auf eine bessere Zukunft hoffen. Finanzieren sollte man sie trotzdem selbst.

Rafael Lötscher, CEO PensExpert

Wahrscheinlich hat Musk recht, dass sich die Welt radikal verändert. Vielleicht auch nicht. Wer vorsorgt, ist in beiden Fällen besser dran. Wer darauf verzichtet, setzt eine Wette auf seine Pensionierung – mit dem eigenen Alter als Einsatz.

Die spannendere Frage ist nicht, ob KI alles verändert. Sondern: Wie und was sind die Konsequenzen für uns alle?

Foto: Gage Skidmore / Wikimedia Commons, lizenziert unter CC BY-SA 2.0