Sparen oder Umverteilen?

Die erste und die zweite Säule der Schweizer Vorsorge sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, sie funktionieren im Innern aber grundverschieden.

Der Unterschied liegt in der Art, wie das Geld finanziert wird. Und genau das entscheidet diese Tagesfrage.

Die AHV folgt dem Umlageverfahren. Das bedeutet: Die heute Erwerbstätigen zahlen Beiträge, die unmittelbar an die heutigen Rentnerinnen und Rentner weitergegeben werden. Es wird nichts angespart, sondern direkt umverteilt, ein Generationenvertrag im Wortsinn. Die berufliche Vorsorge nach BVG funktioniert dagegen nach dem Kapitaldeckungsverfahren. Hier spart jede versicherte Person über die Jahre ihr eigenes Altersguthaben an. Das Geld liegt auf dem persönlichen Vorsorgekonto, wird verzinst und steht später genau dieser Person zur Verfügung. Individuelles Sparen statt direkter Umverteilung.